Urlaubsmängel richtig reklamieren

Eine Baustelle direkt am Hotel, ein dreckiger Pool, schlechtes Essen, Unsauberkeit im Hotelzimmer – all dies sind keine Seltenheiten. Wer nach der Urlaubsreise allerdings sein Geld vom Reiseveranstalter zurückfordern möchte, der sollte wissen, wie Urlaubsmängel richtig reklamiert werden.

Da die Deutschen als Nörgler verschrien sind, wird natürlich auch im Urlaub nicht mit der Kritik gespart. So wird beispielsweise ein besseres Zimmer oder eine Preisminderung verlangt. Nach dem Urlaub wird dann versucht, ein Teil des Reisepreises auf dem Rechtsweg zurückzuverlangen, weil die Urlaubsfreude vielleicht durch Baustellenlärm oder schlechtes Essen verdorben wurde. Allerdings ist eine Kakerlake, die durch das Hotelbadezimmer wandert, noch lange kein Reisemangel.

Das vermittelnde Reisebüro auch die Reise-Homepage kann nicht grundsätzlich in die Verantwortung gezogen werden, sondern lediglich der Reiseveranstalter. Wenn Probleme während des Urlaubs auftreten, so sollten diese zunächst vor Ort mit dem Hotelmanager geklärt werden. Oftmals findet sich dann ein Kulanzweg. Wenn hingegen das Hotel nicht der Reiseprospektbeschreibung entspricht (z. B. fehlt ein angepriesener Sportbereich), so muss dies gemäß dem Reiserecht sofort reklamiert werden.

Reiseleiter muss Probleme vor Ort klären

Wenn eine Pauschalreise gebucht wurde, ist der Ansprechpartner zunächst der örtliche Reiseleiter. Diesem muss laut Reiserecht die Möglichkeit gegeben werden, Abhilfe zu verschaffen. Hiermit sichert sich der Urlauber das Recht auf die Minderung des Reisepreises oder auf Schadensersatz. Dabei verlangt die Rechtsprechung in Deutschland sogar, dass sämtliche Mängel mit schriftlichen Aussagen und Fotos dokumentiert werden müssen. Aus diesem Grund ist es unbedingt erforderlich, dass der Erhalt des Reklamationsschreibens von dem Reiseleiter quittiert wird.

Sollte der Reiseleiter keinen Erfolg haben, so können Urlauber innerhalb von vier Wochen nach Reiserückkehr eine Regressforderung stellen. Diese sollte per Einschreiben/Rückschein verschickt werden.

Da der Urlaub vorab gezahlt wurde, kommt es meist zu Streitigkeiten zwischen den Anwälten, in welcher Höhe ein Betrag zurückgezahlt werden soll. Dabei hat sich vor allem die Frankfurter Tabelle als Leitlinie in der juristischen Praxis bewährt. Hierin kann zum Beispiel abgelesen werden, dass es bei einem verschmutzten Pool zehn bis 20 Prozent oder bei Baulärm fünf bis 25 Prozent zurückgibt.

Titelbild © Cayobo – Flickr.com (CC BY 2.0)

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